Caution: Next 5200km Outback! (dt. „Achtung: die nächsten 5200km Hinterland!“)

Hey guys.

Für all diejenigen, die sich jetzt die Augen gerieben bzw. selbst gekniffen haben, noch einmal die Bestätigung: Nein, ihr träumt nicht. Ihr sitzt tatsächlich vor einem neuem Bericht – eventuell vorm letzten? Das hängt ganz davon ab, ob Maren und ich auf die letzten Reisetage noch die Lust und Zeit finden, Artikel zu schreiben. Zu erzählen würde es sicherlich einiges geben. Schließlich besuchen wir zurzeit fast jeden zweiten Tag ’ne neue Stadt und das macht die Reise zum Ende hin noch mal besonders aufregend. Aber ob nun letzter Bericht oder nicht, es lohnt sich ohnehin, weiterhin auf unserer Seite vorbeizuschauen. Dafür werden aktuelle Bilder schon sorgen. Und ebenfalls dürft ihr nicht vergessen: Ohne 20.000 Klicks gibt es keine Souvenire. =) Im Moment sitzen Maren und ich mal wieder in einem Reisebus. Seit wir Cairns verlassen haben, machen wir im Prinzip nichts anderes mehr. Wir leben praktisch auf der Straße. Okay, das klang jetzt etwas asozial. Genau genommen, leben wir eher im Bus, der auf der Straße fährt. Ich habe mir extra für euch mal die Mühe gemacht, ein paar Zahlen zur Veranschaulichung zu besorgen: Wenn wir am Montag, dem 12.07.10, um 06.25Uhr Adelaide erreichen, werden wir sage und schreibe um die 65 Stunden im Bus gesessen haben und das innerhalb von nur sechs Tagen. Das sind 2 Tage und 17 Stunden bzw. 3900 Minuten oder auch 234.000 Sekunden! Die in dieser Zeit zurückgelegte Distanz beträgt an die 5200km, was bedeutet, dass wir ganz Deutschland fast eineinhalbmal umfahren haben werden. Ja, ich weiß, das ist irgendwie krank. Aber Australien ist nun mal so groß und der Bus dank eines 15-Tage-Passes das günstigste Verkehrsmittel. Und so werden wir auch die wahrscheinlich letzten Strecken (Adelaide nach Canberra [1415km], Canberra nach Sydney [300km] und Sydney nach Byron Bay und zurück [1560km]) auf vier Rädern zurücklegen, was erneut ungefähr 24h dauern dürfte. Ich kann es nur noch einmal sagen: Die Straße ist unser neues Zuhause. Doch für uns ist der Weg eben nicht das Ziel und deswegen komme ich jetzt mal zu den Stationen, die sich zwischen diesen gigantischen Distanzen befinden. In Cairns haben Maren und ich glatt eine Woche verbracht. Unser Hostel dort (Northern Greenhouse – *klick* ) war das reine Luxusparadies. Wir hatten neben einem eigenen Kühlschrank, Balkon und Badezimmer im Secher-Dorm, auch noch einen hosteleigenen Pool mit Liegestühlen und 24/7 freies Internet. Außerdem gab es jeden Morgen kostenloses Frühstück (was wir wegen der unmenschlichen Zeit auch jeden Morgen verpassten), samstags Pancakes und am Sonntag ein riesiges BBQ-Buffet. Wenn wir mal nicht in unserem megacoolen Hostel (wohl dem Besten unseres gesamten Australienaufenthaltes) waren, sind wir durch Cairns gelaufen. Und dabei kam auch wieder das „Zweite marenjule’sche Gesetz“ ins Spiel: Eine Stadt erkundest du immer dann am besten, wenn du ohne Karte losgehst und dich dann verläufst. Für die, die sich jetzt wundern, wie das „Erste marenjule’sche Gesetz“ noch mal gelautet hat: Zurück ist kürzer als hin. 😉 Die Hauptattraktionen in Cairns waren das Casino (in welchem wir zusammen ganze 5$ verzockt haben), die Promenade am Strand mit ihren „Vorsicht Krokodile“-Hinweisschildern, das Central-Cairns-Shopping- Centre, der Nachtmarkt und mein Favorit: die Sushibar mit der essenumherfahrenden Modelleisenbahn. Habt ihr schon mal Octupusbälle probiert? Nein? Dann unbedingt nachholen! Außerdem haben wir ein paar Kilometer außerhalb von Cairns eine Raftingtour gemacht, die anstrengender nicht hätte sein können. Denn aufgrund des niedrigen Wasserstandes sind wir ständig stecken geblieben und mussten uns dann mit dem „Honeymoon-Shuffle“ (dt. dem „Flitterwochenruckeln“) freikämpfen, was noch lustiger aussieht, als es sich schon anhört. Ebenfalls cool war es, das sich Eric (ein deutscher Junge, den wir im „Bowener Arbeitslager“ kennengelernt haben) ebenfalls dafür entschieden hat, nach Cairns weiterzureisen und ins „Northern Greenhouse“ einzuchecken. So konnten wir uns nämlich zu viert (der aus Brasilien kommende Hostelleiter Walter war auch mit der Partie) den deutschen Sieg über Argentinien anschauen (saugeiles Spiel!) und mussten nicht ganz allein zum „Courthouse Biergarten“ gehen, in welchem dank der zahlreichen Deutschen ordentlich gefeiert wurde. =) An unserem letzten Tag in Cairns haben wir mit Eric noch eine kleine Shoppingtour gemacht und uns dann gegen Mitternacht von ihm verabschiedet (er fährt jetzt weiter nach Darwin). Tjoa und Maren und ich wären nicht Maren und ich gewesen, wenn es zum Ende hin nicht wieder einige Probleme gegeben hätte… Davon abgesehen, dass wir eh schon spät für unseren Bus nach Alice Springs dran waren, fehlte plötzlich vom Hostelbesitzer jede Spur, den wir brauchten, um an unsere Rucksäcke im Gepäckraum heranzukommen. Joah und als wir diesen gefunden und unser Gepäck aufgeschnallt hatten, fiel uns erst auf, dass wir ja gar keine Ahnung hatten, wo uns der Greyhoundbus eigentlich abholen würde… So liefen wir also (mal wieder) peilungslos durch Cairns, fragten erst den Hot-Dog- und dann den Supermarktverkäufer nach den Weg und kamen schließlich total gestresst (da halb gerannt) und Maren schuhlos (da für Flip-Flops zu schnell gerannt), aber gottseidank zur richtigen Zeit an der gesuchten Bushaltestelle an. Der Witz an der Sache? Greyhound hatte eine halbe Stunde Verspätung… Die 31-stündige Fahrt danach war zwar auch kein Zuckerschlecken, machte aber meiner Meinung nach irgendwie Spaß, da es einiges zu sehen gab. So hatten wir z.B. eine halbe Stunde Aufenthalt in „Julia Creek“ (Maurice, ich weiß nicht, ob du dich noch daran erinnern kannst, aber ich hab’s tatsächlich geschafft, dorthin zu kommen) und zu unserer Unterhaltung wurden u.a. die Filme „Bruce Allmächtig“, „Madagascar 2“, „Master and Commander“ und „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ gezeigt. Nur auf die toten Kängurus am Straßenrand und den Klang von an der Windschutzscheibe zerschmetternden Heuschrecken hätte ich gut und gerne verzichten können… Die Ankunft in Alice Springs kam (zumindest gefühlt) schneller als erwartet. Großartiger Weise regnete es mal wieder, weswegen wir uns auch gleich auf den Weg zum „Alices Secret Travellers Inn“ (*klick*) machten. Vom Hostel hatten wir bereits im Voraus über Reisebine gehört und da die Bewertungen dort recht gut waren, dachten wir eigentlich, eine gute Wahl getroffen zu haben. Na ja, spätestens als wir die Duschen und den Hinterhof gesehen hatten, waren wir dieser Meinung nicht mehr. Hinzu kam noch, dass es trotz Reservierung vorerst kein freies Zimmer für uns gab – nach 31h im Bus natürlich genau das, was man hören will. Wir waren auch schon kurz davor, uns ein anderes Hostel zu suchen, aber irgendwie waren wir dafür dann doch zu lazy (dt. „faul“) und haben es uns stattdessen lieber im TV-Raum gemütlich gemacht und ein paar alte Folgen von „Full House“ (hach ja, Kindheitserinnerungen werden wach) angesehen. =) Unsere weiteren zwei Nächte in Alice wollten wir jedoch definitv woanders schlafen und so machten wir uns nach dem Einchecken auch gleich auf die Suche nach Alternativen. Unser Gewinner: das Alice YHA (*klick*). Lustigerweise das erste Mal im ganzen bisherigen Australienaufenthalt überhaupt, dass wir in einem YHA-Hostel schlafen, obwohl wir seit dem ersten Tag YHA-Member sind. Aber diese sind halt Luxushostels und nur selten was für sparsame Backpacker.^^ In Alice Springs gibt es an sich nicht wirklich viel zu sehen außer einiger Museen, Läden und ’ner Menge Aboriginies. Letztere können einen nicht nur mit ihren Aussehen, aber auch mit ihrer ganzen Art ziemliche Angst einjagen, da sie vor allem abends und nachts durch die Stadt ziehen, sich besaufen und dann anfangen, Passanten zu belästigen. Es war auch das erste Mal für Maren und mich, dass wir Obdachlose unter einer Brücke haben schlafen sehen und das bei nächtlichen Temperaturen um die 5°C. Alice ist defintiv kein Ort, in dem ich leben wollen würde. Aber nun zum eigentlichen Grund für unseren Aufenthalt irgendwo im endlosen Nirgendwo des Outbacks: der Uluru (Ayers Rock). Der Starttag unserer 2-Tages-Tour zum großen Stein im Red Centre (dt. „Rotem Zentrum“) begann gleich mit einem kleinen Schrecken, obwohl eigentlich mit zwei kleinen Schrecken. Zum einen hatte uns mal wieder niemand von der halbstündigen Zeitverschiebung erzählt, sodass wir zu früh vorm Hostel auf unseren Bus warteten und schon Panik schoben, man hätte uns vergessen und zum anderen ist Deutschland im Halbfinalspiel gegen Spanien rausgeflogen – grandioser Start in den Tag. Aber egal, schließlich hatten wir eine sechsstündige Busfahrt zum Uluru vor uns um drüber wegzukommen. Aber nicht irgendeine sechstündige Fahrt, sondern eine sechsstündige Fahrt durchs Outback. Was das bedeutet? Na ja, zum einen fährt man eigentlich fast nur geradeaus (ich glaube, unser Busfahrer hat etwas von zwei Rechtskurven gesagt^^) und zum anderen sieht man während der ganzen Fahrt im Prinzip nur Sand, Sand und noch mehr Sand gepaart mit ’ner Reihe von verschiedenen Busch- und Baumsorten (was übrigens alles eingezäunt ist, weil man das Outback für kilometerlange und – breite Rinderfarmen nutzbar gemacht hat). Wenn wir dann mal wirklich einen „Ort“ passiert haben, dann lebten da vielleicht zwei Familien. Bei einem kleinem Dörfchen scherzte unser Busfahrer noch, dass die Einwohnerzahl normalerweise sechs beträge, es jedoch gerade ’ne Bevölkerungsexplosion gegeben hätte und man nun acht Bewohner zählte. Die 2-Tagestour zum Ayers Rock war dann vor allem eins: Verdammt lecker.^^ Nach jeder Pause – egal von welcher Länge – gab es was zum Spachteln (Obst, Süßes, Sandwiches, BBQ etc.) was ich natürlich sehr begrüßte. Aber wir waren ja selbstverständlich nicht zum Essen ins Outback gefahren, sondern zum Felsengucken. =) Joah und da fehlte es uns nun wirklich nicht an Möglichkeiten. Zunächst haben wir „Die Olgas“ am ersten Tag besucht. Zugegeben die klingen jetzt nicht wirklich spektakulär, aber glaubt mir, wenn ihr sie das erste Mal live seht, hauen sie euch um. Das Highlight der ganzen Reise war dann aber natürlich „The Rock“, den wir sowohl am ersten als auch am zweiten Tag anfuhren. Die meisten von euch werden ihn sicherlich schon mal auf einer Postkarte oder in irgendeinem Bilderbuch gesehen haben (groß, rot und mitten im Outback). Wenn nicht, umso besser. Wir haben nämlich ungefähr eine Milliarde Fotos geschossen, die ihr euch bald angucken könnt und zwar in allen möglichen Variationen (Uluru bei Sonne, Uluru mit Wolkendecke, Uluru bei Sonnenauf- und untergang, Uluru mit unseren Fratzen daneben, Uluru mit ’nem Baum in der Mitte und noch viele, viele mehr). Alles in allem war die Tour vielleicht nicht die Beste, aber Maren und ich hatten trotzdem unseren Spaß und wir haben sogar noch zwei Backpackerinnen aus Deutschland kennengelernt, mit denen man sich prima unterhalten konnte. Und weil Maren und Jule auch mal Glück haben, waren wir ausnahmsweise mal zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Nicht nur, dass wir Svenja, die deutsche Backpackerin, die wir in Sydney kennengelernt hatten, noch einmal wiedersehen konnten. Es stand auch gerade zufällig der „Camel Cup“ vor der Tür. Also haben wir uns kurzerhand dazu entschieden, auch mal einen Blick auf diese Tradition zu werfen und fanden es recht amüsant. Kurz, um es sich vorzustellen: Um die acht Kamele laufen mit Reiter auf dem Rücken (und unter Umständen auch mal ohne^^) wie beim Pferderennen eine Runde im Kreis und das erste im Ziel gewinnt (logischerweise). Das Lustige daran: Kamele sind verdammt sture Tiere. Und so laufen sie entweder gar nicht erst los oder halten auch mal gerne einfach so mitten im Wettkampf an, um sich hinzusetzen. Ansonsten ähnelte die ganze Veranstalltung ein bisschen einem großen Dorffest mit Musik, Fressbuden und weiteren kleinen Attraktionen. Für Maren und mich ging es am frühen Abend jedoch bereits zurück ins Hostel. Schließlich mussten wir ja noch für unsere Reise nach Adelaide einige Vorbereitungen treffen.

Juti, nun seit ihr wieder einigermaßen auf den neusten Stand.

Noch 14 Tage… (Stand: 11.07.10)

LG, Jule und Maren =)

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Reisetagebuch

5 Antworten zu “Caution: Next 5200km Outback! (dt. „Achtung: die nächsten 5200km Hinterland!“)

  1. moep24

    Wolltet ihr nicht noch einen Abschlussartikel schreiben? 😛

  2. ey leute von heute, JETZT habe ich es tatsächlich geschafft den artikel zu lesen. bäm. echt toll!
    ach gott, ich will wieder weg!

  3. Maurice

    Hey Mädelz,
    schön, dass ihr zum Ende hin noch mal
    was von Australien seht.
    Zwei Fragen hätt ich:
    Wie war’s denn in Julia Creek?
    Braucht man wirklich 2 Tage, um sich einen großen Felsen anzuschauen?

    Ich wünsch euch schon mal eine gute Heimreise, bald ist es ja soweit.
    Aber so ein paar Stunden Flug stören euch Reiseexperten wohl nicht mehr 😛

    • australien4ever

      Hey Morris,
      Julias Creek ist einer der langweiligsten Orte in Australien.(Trägt seinen Namen also völlig zu unrecht. ^^) Eigentlich gibt es bloß eine Tankstelle und ein paar Farmen dort. Die Hauptattraktion war ein Wasserturm.
      Und „JAAaaaa“ man braucht min. 2 Tage um sich einen großen Felsen anzuschauen. Sonst macht man es nicht richtig.
      (Wir haben uns ja auch noch die Olgas und das Outback angeguckt.[Kommentar Maren:“Als wenn es da viel zu sehen gibt.“] Achso und Kamele haben wir uns angeschaut.)

      LG maren & jule

  4. moep24

    Jaaa, wieder ein neuer Artikel =)
    Gibt es auch ein „Drittes marenjule’sche Gesetz“? Bekannter Maßen sind ja alle guten Dinge 3, ne? 😉
    Eure letzten Wochen in Down Under scheinen sich ja zu den spannendsten eures Aufenthaltes zu entwickeln. Wäre auch echt gern auf dem Uluru gewesen (1.: wo bleiben die Bilder? ^^ und 2.: wer immer noch nicht weiß, was das für ein Berg ist –> auf dem Banner ist er hinter Jules Kopf zu sehn ;))
    Ihr wollt die 20.000 Klicks noch knacken? Hmm, wenn ich das nur mal überschlage … die Seite existiert seit ca. 12 Monaten, macht ungefähr 360 Tage, heißt im Durchschnitt 48 Klicks am Tag, dann bräuchtet ihr noch um die 56 Tage um die 20.000 zu knacken (ja, ich kann auch mit Zahlen jonglieren xD). Aber gibt bestimmt bald nochmal einen riesigen Ansturm 😉
    Konnte man beim Kamelrennen auch wetten? Vielleicht sogar nicht nur auf den Sieger, sondern sogar darauf, welches Kamel sich als erstes hinsetzt? 😀

    Der Rob

    P.s.: Für das Aussehen des Geschenkes gehen mir langsam die Ideen aus ^^° @Jule: 24 Artikel in der Kategorie „Reisetagebuch“ =)

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