Sonnenbrand und andere Wehwehchen oder der Tag der toten Ameise

Warum uns Bundaberg bisher so schwer zu schaffen macht, ist nicht ganz leicht zu erklären – eventuell sind wir beim Zitronenplücken einfach ein paar Mal zuoft unter der Leiter durchgerannt – fest steht jedoch, dass wir uns seit unserer Ankunft hier ständig mit kleineren und größeren Problemen rumschlagen müssen. Aber bevor ich euch jetzt in unsere kunterbunte Welt des Selbstmitleides werfe und euch hoffentlich für einige Minuten recht gut unterhalten werde, noch mal alles auf Anfang.

Hey guys,
lang ist’s her, dass unser letzter Bericht online ging, doch nun hat die Warterei ein Ende. Gleich zu Beginn eine Enttäuschung: In der Zwischenzeit (also in den letzten vier Wochen) ist eigentlich nicht so viel Interessantes passiert (Bundaberg ist heißer Anwärter, den Award für die langweilstige Stadt ever [dt. „die es jemals gab“] zu gewinnen). Aber keine Sorge, nur weil nichts Erzählenswertes vorgefallen ist, heißt das noch lange nicht, dass Jule nicht dennoch stundenlang rumschwafeln kann und wenn’s nur über Alltagsstuss ist (hey, ich hatte Ethik und Philosophie – da ist solch eine Fähigkeit essentiell). Soweit ich weiß, seid ihr den Schnee oder zumindest die Dauerkälte immer noch nicht ganz losgeworden. Wir hingegen haben seit eingen Tagen wieder Temperaturen weit über 30°C. So einladend das vielleicht jetzt auch klingen mag, ich garantiere euch, es ist grausam – schon am Morgen eine Hitze, die sogar Langschläfer schweißgebadet aus dem Schlaf reißt (die Sonne kann unser Zimmer von 3 1/2 Seiten attackieren) und eine Klimaanlage, die sich tatsächlich nur für 10h selbst aktiviert (wobei es sich ausgerechnet um die 12h von 18Uhr bis 4Uhr morgens handelt, in denen es ohnehin kühler geworden wäre). Und das große Problem dabei? – Wir sind unter diesen Bedingungen nicht zum Urlaubmachen hier, sondern zum Arbeiten… Wegen der begrenzten Klimaanlagenzeit haben wir auch schon bei unseren Hosteldrachen (den Leitern dieser Schande von Unterkunft) angefragt, warum das denn so wäre. Die Antwort viel relativ kurz aus: Tagsüber würde angeblich eh jeder auf Arbeit sein. Moment, JEDER? – What the fuck hell (dt. „Was zur Hölle?“)? Ich glaube, die müssten sich die Jobliste, die sie jeden Tag zusammenstellen, auch mal durchlesen. Schließlich gab es in den sechs Wochen, in denen wir hier nun schon wohnen, nur EINEN EINZIGEN Job, in welchem die Leute tatsächlich von ca. 6Uhr morgens bis 18Uhr unterwegs waren – das Zitronenplücken. Dieser Job hielt gerade mal knapp zwei Wochen und bot zur Hochzeit für nur ungefähr zwanzig Backpacker (also für ca. 10% der Hostelbewohner) Arbeit an. Der Rest schwitzte sich nachmittags in der kochenden Bude literweise das Wasser aus den Drüsen… Aber warum sich darüber als Hostelbesitzer auch Gedanken machen, wenn das eigene Büro (in welchem man täglich auch nur 5 1/2h  [meist minesweeperspielend] die Zeit totschlangen muss) doch immer recht kühl ist.
Na ja, wenigstens unsere Lebensbedingungen haben sich etwas verbessert. Wohnten wir ja in den ersten Wochen noch im umgebauten Busbahnhofnebengebäudekomplex mit Knastfeeling (wie Maren es in ihrem letzten Bericht so schön zusammengefasst hatte), durften wir nun endlich ins Hauptgebäude unseres Hostels ziehen. Wieso wir als einzige zu dieser Ehre kamen, wissen wir bis heute nicht genau. Es lief aber in etwa so ab: An einem Abend hatten ein paar Engländer Radau gemacht und ’nen Süßigkeitenautomaten umgekippt und ausgeschlachtet, woraufhin unser Hosteldrache von uns wissen wollte, ob wir vom Krach etwas mitbekommen hätten. Wie meinten nur bejahend, dass es von unserem Zimmer aus zu hören gewesen wäre und schwupps, hielten wir plötzlich die Schlüssel zu unserem neuen Dorm im anderen Gebäude in der Hand. Schon merkwürdig, aber uns soll es nur recht sein. Schließlich haben wir jetzt nicht nur ein eigenes Bad im Zimmer, es gibt hier auch Gasherdplatten und was mir persönlich am allerbesten gefällt – richtig geile Duschen (die sogar noch besser sind als jene, die wir in den Privathäusern beim Wwoofen hatten). Ja, es hätte so perfekt sein können, gäbe es da nicht eine Kleinigkeit oder besser gesagt, viele, kleine und lebendige Kleinigkeiten, die uns zum Aussagen gern haben… Wer das Lied „Bad boys“ von Inner Circle kennt, kann in der folgenden Zeile melodisch weiterlesen: „Bed bugs, bed bugs… Whatcha gonna do? Whatcha gonna do when they come for you? Bed bugs, bed bugs…“ Ja, ganz recht – Wir haben Bettwanzen. Nur ihr Name ist in diesem Hostel nicht ganz zutreffend. Denn glücklicherweise tummeln sich diese noch nicht in unseren Betten, sondern bisher nur auf den Sofas des TV-Zimmers, welche aber auch wie geschaffen für die kleinen Biester sind (alt, löchrig und voller fauler Backpacker). Die ganze Sache ist natürlich dennoch recht eklig. Maren und ich sitzen deshalb auch grundsätzlich auf Stühlen beim Fernsehgucken und bitten jeden neuen Mitbewohner aus unserem Sechsbettendorm (zurzeit leben wir mit Cheryl und ’ner anderen aus England zusammen), es uns gleich zu tun, um ein Überlaufen der Biester in unsere Betten so weit wie möglich auszuschließen.
Arbeitstechnisch sieht es im Moment sehr spärlich aus. Ich habe zwar einen Job auf einer Mangofarm, werde auf dieser aber auch nur zweimal wöchentlich für sechs bis acht Stunden gebraucht und sofern ich es richtig mitbekommen habe, dürfte die Arbeit auch nächste Woche zuende gehen. Maren hingegen hat es sogar noch ein bisschen schlechter erwischt. Sie führt derzeit die „Stand-by-Liste“ der Mädels an, kann also eigentlich nur hoffen, bald irgendwo zugeteilt zu werden. Wenn wir Glück haben, kommt sie eventuel sogar mit auf meine Farm. Zumindest versuche ich, seit meinem ersten Arbeitstag meinen Arbeitgeber dazuzubewegen, unsere Hosteldrachen um einen Arbeiter mehr zu bitten. Doch der Typ ist so scheiße vergesslich, dass er – obwohl er nach eigenen Angaben noch jemanden gebrauchen könnte – immer vergisst, im Hostel Bescheid zu geben. -.- Davon mal abgesehen sind er und seine Frau aber recht freundlich. Sie kommen aus Österreich, was für mich bedeutet, dass ich ab und an mal Gesprächsfetzen aufschnappen kann, bei denen die anderen Backpacker auf der Farm nur Bahnhof verstehen („Noa aba Gunther, wir seiens alle ’sam doch bald am End‘.“).^^ Auch die Arbeit an sich ist – bis auf eine ziemlich anstrengende Work-out-Phase, in der man nur am Bücken, Heben und Laufen im Eiltempo ist – recht angenehm. In der ersten Phase müssen wir die Mangos zunächst langstielig vom Baum abschneiden, dann den Stiel fast bis zur Schale stutzen und die Früchte schließlich wie Ostereier auf dem Boden nebeneinander aufstellen. In der zweiten Phase (der oben erwähnten Work-out-Phase) läuft man dann durch die Reihen, um die frisch gepflückten Mangos aufzuheben und zu einem Laster hochzureichen, auf welchem sie in Bins gepackt werden. Daraufhin geht es in die letzte und zugleich langweiligste Phase – die Mangos werden stundenlang gewaschen und verpackt, wobei jede einzelne kontrolliert werden muss. Na ja, wenigstens wird die Arbeit nach Stunden bezahlt und macht einen körperlich nicht kaputt. Wer sich jetzt übrigens wundert, was aus der Tomatenfarm geworden ist, auf der wir anfangs gearbeitet haben: Auf der ist bereits seit ein paar Wochen schon Schicht im Schacht. Der Job war zwar im Großen und Ganzen recht gut gewesen, d.h. nach Stunden bezahlt und auch nicht sonderlich anstrengend. Dafür konnten wir aber auch nur jeden zweiten Tag für ein paar Stunden arbeiten und deswegen unsere Miete nicht zahlen – also Bullshit (dt. „Scheibenkleister“)! Im Gegensatz dazu wirkte unser zweiter Job auf einer Zitronenfarm fast schon wie ’ne Beförderung. Nach einem gefühlten halben Tag, an dem wir nur damit beschäftigt waren, uns die Finger an Formalitäten wund zu schreiben (ich frag mich bis heute, für was wir da eigentlich alles unterschrieben haben) und an welchem wir so lustige Sachen lernten, wie eine Leiter bis zur vorvorletzten Stufe zu erklimmen, durften wir für ca. zwei Wochen täglich beweisen, dass wir echte Männer sind. Aber Moment mal, wir sind doch gar keine Männer! Egal, die 25-kg Bags mussten wir  über die Mittagshitze dennoch schleppen. Und während ich mir ständig Gedanken darüber machte, dass die Bezeichnung „stiernackig“ irgendwann auf mich zutreffen könnte und ich viele neue Oberteile brauchen würde, versuchten Maren und ich krampfhaft einen Bin zu füllen, der uns erst im vollen Zustand die begehrten 125$ einbringen würde. Aus Langeweile hatten wir mal angefangen mitzuzählen und waren schließlich auf ca. 90 Zitronen pro Bag gekommen. Das ergab mal 50 gerechnet (denn 50 der Bags passten in den Bin) *taschenrechnerrauskram* 4500 Zitronen… An unseren besten Tagen haben wir es fast geschafft, zwei von diesen monströsen Bins zu füllen, d.h. wir haben fast 9000 Zitronen abgeschnitten, umhergetragen und umgefüllt und das täglich! Davon abgesehen, dass schon allein die Vorstellung, eine solche Menge Zitronen schleppen zu müssen, etwas Masuristisches hat, lagen wir auch jeden Abend mit recht starken Rückenschmerzen im Bett und versuchten uns wieder einzurenken, was bei solch druchgelegenen Hostelmatratzen gar nicht mal so einfach ist. Aber auch äußerlich waren die Folgen der Arbeit nur schwer zu übersehen. Wusstet ihr z.B. das Zitronenbäume Piekser haben? Wahrscheinlich nicht, aber so schön diese Pflanzen auch riechen (ich hatte beim Pflücken Dauerappetit auf Muttis Zitronenkuchen), sie haben’s faustdick hinter den Blättern oder sollte ich besser sagen stachlig? Zugegeben, es hatte schon etwas Amüsantes, wenn man alle zwei Minuten aus den Bäumen neben uns und auch aus unseren eigenen Reihen, Arbeiter hören konnte, die vor Schmerz in allen erdenklichen Sprachen die Bäume verfluchten, aber spätestens wenn man sich dann selbst mit voller Wucht einen Dornen in den Finger, den Allerwertesten oder in eine der anderen sehr empfinlichen Stellen gerammt hatte, war einen so gar nicht mehr nach Lachen zumute. Und so kamen an den Abenden nach der Arbeit, wenn ich unter der Dusche traurig feststellen musste, dass ich gar nicht wirklich braun geworden war, sondern mein Tan sich stattdessen jedes Mal dazu entschied, lieber den Abfluss hinunter zu laufen, haufenweise Kratzer zum Vorschein. Sie erinnerten mich irgendwie immer ein wenig an die Zeit, als meine Katze Fili noch jünger und weniger dick gewesen war und Spaß daran zeigte, mit meinen Händen zu catchen. Hach ja, lang ist’s her.
Ansonsten quält uns eigentlich jeden Tag die absolute Langweile. Und damit meine ich nicht die deutsche und harmlose Langeweile (okay, das klingt jetzt irgendwie rassistisch) – denn wenn man in Deutschland nichts zutun hatte, fand man eigentlich dennoch immer noch irgendetwas, womit man sich beschäftigen konnte – nein, ich meine die Bundaberger Langeweile, die nicht nur wie eine Krankheit klingt, sondern jährlich auch tausende von arbeitslosen Backpackern befällt. Dabei bietet die kleinstadtähnliche Großstadt sogar einige Möglichkeiten, sich zu amüsieren. Zum Beispiel gibt es da den Olympia-Pool – ein recht schönes Freibad auf das ich später noch zu sprechen kommen werde – den Strand, einige Eisdielen und Cafés und auch Diskotheken und Kinos. Doch wir ihr es sicherlich schon befürchtet habt, kommt der nächste Satz um ein kleines und dennoch prägnantes Wort der deutschen Sprache nicht drumherum. ABER diese Angebote reichen natürlich noch lange nicht, um gegen die Bundaberger Langweile auch nur ansatzweise anzukommen. Das meiste davon kann man eh nur abends machen. Ja, denn so ulkig es klingen mag, empfiehlt es sich selbst das Freibad erst ab 16Uhr aufzusuchen, egal wie lange und heftig die Sonne schon den ganzen Tag vom Himmel knallt. Die Australier sind nämlich gar nicht so vernünftig, wie ich es vor Reisebeginn in sämtlichen Foren gelesen hatte. Im Schwimmbad bietet nur ein Pool Schatten und das ist das Planschbecken. Auch auf den Rasenflächen sind die sonnengeschützten Plätze eher rar und hat man dann einen ergattert, muss man entsetzt feststellen, dass man sich entweder in einem tückischem Halbschatten befindet oder der Vollschatten schneller umherwandert, als man hinterher kriechen kann. Einmal wurde mir das schon zum Verhängnis. Na ja, d.h. wenn man es von der positiven Seite betrachten würde, könnte man auch sagen, die Jule hätte Farbe bekommen und im Gegensatz zur „Arbeitsbräune“ ist die beim Waschen diesmal sogar dran geblieben – leider… Denn den Farbton würde ich jetzt nicht unbedingt als erstrebenswert bezeichnen, genauso wenig wie die Schmerzen, die er versucht hat. Gut eine Woche war ich weder fähig zu schlafen, zu gehen – ich konnte nicht mal lachen ohne das meine Haut brannte und zog. Maren, die die meiste Zeit damit beschäftigt war, mich mit Feuchtigkeitscremé zu beschmieren, kam nicht drumherum zu bemerken, dass ich beim Laufen aussah, als hätte ich „’nen Stock im Arsch“. Gottseidank war auch das irgendwann vorbei und ich konnte zur zweiten Phase – der Pellwurstphase – übergehen. Also so viele Hautschuppen sieht man nicht allzu oft, auf unserem Fußboden war es fast so weiß wie bei euch gerade zur Winterzeit.^^ Joah und während meine Arme und Beine einem ausgetrockneten Flussbett ähnelten, die Schultern locker ’ner 70-jährigen gehört haben könnten und ich Hautflatschen am Rücken-, Bauch- und Hüftbereich abziehen konnte, die mir Angst einjagten, hat Maren sich einen kräftigen Husten eingefangen. Seitdem hält sie nachts munter unsere Mitbewohner, mich und sogar sich selbst wach. Es dürfte sich eigentlich nur noch um eine Frage der Zeit handeln, bis die ersten Kissen durch den Raum fliegen. Von der Apothekerin gab es als Gegenmittel Zitronentee, der sich als getarnte, bittere Medizin entpuppte und irgendwie auch nicht so richtig anzuschlagen scheint. Es ist sogar eher das Gegenteil der Fall und Maren leidet neben Husten nun auch noch an einer mittelstarken Erkältung (ich hatte vor ein paar Wochen auch eine, bin diese aber gottseidank schnell wieder losgeworden).
Wie ihr seht, schlägt uns der Ort ganz schön auf die Gesundheit, was ich aber auch nicht wirklich verwunderlich finde. Denn an den Plätzen, an denen man es tagsüber aushalten kann (bei McDonalds, in der Bibliothek oder in der Shopping Mall) empfindet man es im Kampf gegen die Langweile anfangs vielleicht als angenehm kühl und unterhaltsam. An diesen Plätzen scheinen es die Betreiber aber auch teilweise zu gut mit den Besuchern zu meinen und drehen die Klimaanlage auf die gefühlte höchste Stufe, sodass man ab und an gezwungen ist, das entsprechende Gebäude zum Aufwärmen zu verlassen (schließlich sitzt man dort ja nur in kurzen Klamotten und FlipFlops drin). So kommt es, dass Maren und ich neben dem Bed-Bugs-Song (von weiter oben im Text), auch gerne noch zwei andere Lieder anstimmen. Das wäre zum einen „Mir ist langweilig, furchtbar langweilig…“ von den Ärzten und „Ich fühle mich wie ausgekotzt und dir geht’s nicht viel besser“ von Echt.
Das Gute an Bundaberg ist jedoch, dass man die ulkigsten Menschen kennenlernt. Da wären z.B. unsere schon erwähnten Hosteldrachen, die es meiner Meinung nach etwas zu ernst mit ihrer Aufsichtspflicht nehmen. Jeder unbekannt Aussehende wird erst einmal grundsätzlich angequatscht. Schon allein Maren und ich wurden bereits drei- oder viermal vom Hostelbesitzer gefragt, ob wir in diesem Hostel leben würden, dabei wohnen wir hier doch schon seit über einem Monat und der Typ holt mich sogar manchmal von der Arbeit ab. Eine deutsche Bekannte, die wir auf der Zitronenfarm kennengelernt haben und die mit ihrer Freundin in ’nem Van durch Australien reist, hat er auch schon mehrere Male angesprochen gehabt. Einen Tag rief er sogar die Polizei, weil er das Nummernschild von ihrem Van überprüfen lassen wollte, dabei lebt auch sie völlig rechtmäßig in dem Hostel und bezahlt regelmäßig ihre Miete. Am gemeinsten finde ich jedoch, dass du nach dem Auschecken umgehend das Hostelgrundstück zu verlassen hast. Die meisten Busse, die nach Cairns oder Brisbane fahren, kommen jedoch erst nachts gegen 1 oder 2Uhr nach Bundaberg. Das heißt als entweder, du checkst an deinem Abreisetag um 10Uhr morgens aus und wartest dann 16h bis dein Bus kommt (ohne dabei die Möglichkeit zu haben, dein Gepäck irgendwo zu verstauen) oder aber du bezahlst noch eine Nacht drauf und hast auf diese Weise wenigstens noch die Erlaubnis im Hostel zu bleiben, wenn dein Bett auch – soweit ich das mitbekommen habe – bereits abgezogen sein muss, du sich also auch nicht noch mal hinlegen kannst… – idiotisch. Bei unseren ständig wechselnden Mitbewohnern waren auch schon einige lustige Charaktere dabei. Allen voran Scott und Scott aus Scottland (klingt lustig, ist aber so). Die beiden recht netten Jungs waren unsere ersten Mitbewohner in Bundaberg. Wir lebten also mit ihnen zusammen, als wir noch in dem fensterlosen Zimmer mit Knastfeeling hausten. Der eine Scott hatte nicht mehr viele Rücklangen und musste daher bereits nach einigen Tagen wieder ausziehen und in die Heimat reisen, aber die paar Tage reichten aus, um einige interessante Gespräche der beiden aufzuschnappen. Man muss sich das in etwa so vorstellen, dass wenn abends alle im Bett lagen und versuchten zu schlafen, der kleinere Scott plötzlich anfing – wie das Schweinchen Piggeldy beim Sandmännchen – irgendeine Frage zu stellen und der andere, größere Scott beanwortete diese dann leicht genervt – wie das andere Schweinchen Frederick vom Sandmännchen. Mitten in der Stille kam dann also: „Scott?“ „Ja.“ „Wann war das letzte Mal als du geweint hast?“ oder „Scott?“ „Ja.“ „Hast du dich auch jemals gewundert, warum unser Name mit zwei „t“s geschrieben wird, obwohl er mit einem wohl genauso ausgesprochen werden würde?“ Die Fragen und Antworten waren natürlich auf englisch, aber dennoch gut in der Stille zu verstehen und ja, man fühlte sich ein wenig wie im falschen Film. Eine andere Mitbewohnerin namens Jenny – auch aus England – fand es irgendwie toll, sich immer halbnack zu präsentieren und das obwohl wir in einem gemischten Dorm wohnten. Sie schlief in dem oberen Teil des Doppelstockbettes in unserem Zimmer und jedes Mal, wenn sie die Treppe hinaufkletterte, konnte man weit unter ihren Rock sehen bzw. verdeckten auch ihre extrem kurzen Hosen kaum noch etwas. Ihre Oberteile waren ebenfalls sehr luftig und an der Seite tief ausgeschnitten. Fest steht, sie trug ungern ’nen BH und noch fester steht, dass die Augen von Scotts Kumpel fast rausgefallen wären, als sich Jenny einmal nach vorne gebeugt hatte, um etwas aufzuheben und ihr Oberteil dabei in ’ne – na ja, ich sag mal recht ungünstige – Lage fiel… Joah ansonsten lebten in diesem Hostel vor einiger Zeit noch Frido (’ne deutsche 20-Jährige) und Sky (ein Mädel aus Japan, Korea oder China – ’ne Chi-Korejanderin eben) mit denen wir ab und an mal Karten oder „Vier gewinnt“ gespielt haben. Aber wie so viele sind auch diese beiden wegen des Jobmangels schließlich ausgezogen… Dass Australien klein ist, haben wir übrigens auch schon festgestellt, als wir nach dem Einkaufen plötzlich vor Thomas standen, den wir in Sydney durch Svenja kennengelernt hatten. Ich bin ja jetzt schon gespannt, wen wir auf unserer Reise um Australien noch alles wiedertreffen werden.

Na Leute, habe ich zu viel versprochen? Eigentlich haben wir nichts erlebt und trotzdem gehört der Artikel wieder zu der mittellangen Sorte. Nur meine Überschrift ergibt noch nicht wirklich Sinn, denn über Ameisen habe ich ja noch gar nichts geschrieben. Aber na ja, lasst euch einfach sagen, dass es hier massig davon gibt und dass man bei jedem Schritt, den man durch Bundaberg geht (ja, oder sogar durch unser Zimmer spaziert, seit Maren Bonbons in einer Tasche vergessen hat) durchschnittlich eine davon in die ewigen Jagdgründe befördert.
Ach ja und wenn ihr ein paar leichte Rezepte habt, für die man keine Gewürze außer Salz und Pfeffer braucht (und auch keinen Ofen), dann lasst uns die doch bitte so schnell wie möglich zukommen. Wir versuchen nämlich schon krampfhaft mal etwas anderes zu kochen als Nudeln mit Käse- oder Tomatensauce bzw. Gemüsereispfanne, aber es fällt uns nix ein. -.-

Genießt die letzten Winterwochen und vergesst nicht, Gelesenes zu kommentieren. Ach und by the way (dt. „wo wir gerade dabei sind“): Über 10.000 Klicks auf unserer Seite? – Nice (dt. „schön“)! Meint ihr die 20.000-Marke könnt ihr auch noch knacken? Ich hoff’s für euch, denn sonst gibt’s keine Souvenire – muhahaha.^^
LG, Jule und Maren =)

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14 Kommentare

Eingeordnet unter Reisetagebuch

14 Antworten zu “Sonnenbrand und andere Wehwehchen oder der Tag der toten Ameise

  1. McR_88

    hey na ihr beiden,
    ich dachte ich schreibe euch beiden auch mal wieder, anchdem ich ewig nichts mehr von mir hab hören lassen. bei mir geht ja morgen das 6 semester los und das heißt stress pur, aber hey ich bin immer noch am ball, so wie ihr auch denk ich^^
    achja maren ich habe jetzt einen intensiv kurs in koreanisch gemacht, man(n) weiß ja nie ob man die sprache nicht irgendwann mal brauch^^
    najuti das war es dann auch schon wieder.

    glg maddin

    PS:sorry dass ich net auf die mail geantwortet habe ,bin doch immer so schreibfaul und schwer beschäftigt

  2. ulli

    hey ihr beiden, wollt euch mal liebe grüße aus philadelphia da lassen.

    liebe grüße auch von anja und jule

    hab euch lieb
    ulli

    • australien4ever

      Hey Ulli,
      coole Sache, dass du uns aus Amerika schreibst. Überall diese Weltenbummler.^^
      Schöne Grüße aus Australien zurück – auch an Anja und Jule.

      LG, Jule & Maren

  3. Ute&Lutz

    Hallo Ihr Beiden Weltenbummler,
    wie doch die Zeit vergeht, nun habt ihr schon das Bergfest gefeiert. Na die Hauptsache ist, dass ihr gesund und mobil seit. (bis auf den kleinen Husten von Maren)
    Seit Ihr eigentlich schon weitergezogen? – denn Australien soll ja noch ein „Stück“ größer sein. Wir wünschen Euch auf alle Fälle, dass ihr noch viele schöne Eindrücke sammelt.
    Bei uns in Sachsen ist nun endlich der Schnee zum größten Teil verschwunden. Wir hoffen auch, dass keine bedeutsamen Schneefälle nachfolgen. Aber ob die Natur darauf Rücksicht nimmt?
    Ansonsten geht es uns gut.
    Wir wünschen euch noch eine wunderschöne Zeit, schaut euch viel an und bleibt vor allem gesund.

    Glück Auf!
    Eure Zwickauer
    UTE und LUTZ sowie das OBERHAUS

  4. Dad and Mum

    Hallo, hallo ihr beiden!
    Haben gerade den Kommentar von Jules Eltern gelesen und können dem nur zustimmen. Kaum zu glauben, aber es ist wirklich schon Bergfest.Wir wünschen euch auch ,dass ihr die zweite Hälfte so bravorös meistert wie bisher…….gute Arbeit, viele Erlebnisse, die euch den Aufenthalt zu dem unvergessenen Erlebnis machen. Gerade haben wir mit Jules Vati das Paket fertig gemacht, es kann dann morgen auf die Reise gehen und kommt hoffentlich pünktlich zu Marens Geburtstag und zu Ostern bei euch an.
    Übrigens hat es heute wieder den ganzen Vormittag geschneit, richtig große Flocken!
    Viele liebe Grüße
    Mutti und Papa

  5. Julia's Ellis

    Hallo Ihr Beiden, es ist Halbzeit.
    Bergfest ist immer etwas besonderes, wir hoffen Ihr habt es ausgiebig gefeiert. Ob nun schon oder erst Bergfest, die Frage müsst Ihr Euch selbst beantworten. Auf jeden Fall wünschen wir Euch für den ersten Teil der 2. Etappe viel und gutbezahlte Arbeit und für den zweiten Teil viele hammermäßige Erlebnisse, gute Bekanntschaften und natürlich vor allem Gesundheit und weiterhin Lust so umfangreiche Berichte zu schreiben.
    Und an alle, Leute denkt dran, nicht nur die Berichte und Kommentare lesen, sondern selbst zur Feder oder Tastatur greifen- Jule und Maren freuen sich!!!

    Viele liebe Grüße von Mutti und Paps

  6. Mam and Dad

    Hallo Kids
    Here any News, from old cold Germany (deutsch hier einiges aus alt, kalt Deutschland). Wie schon gestern morgen gesagt, hat es hier wiedermal geschneit, gestern waren es ca. 10- 15 cm Neuschnee. Durch den Wind haben sich wieder viele Schneewehen gebildet. Die Straßen zwischen Bismark und Arensberg, nach Hohenwulsch waren teilweise zugeweht. Der kleine Weg neben der Kirche ist überhaupt nicht mehr passierbar.
    Das ständige Schneeräumen ist manchmal belastend. Es bilden sich ja immer neue Schneeberge, weil der Schnee nirgendswo hin kann. In unserer Straße sind diese geschaffenen snowmountains (dt. Schneeberge) einen guten Meter hoch.
    Ist schon richtig interessant, das Auto immer so richtig in eine Schneelücke zu bugsieren.
    Aber das kann euch ja nicht stören. Allerdings ist die ständige Hitze auch nicht gerade das non plus ultra. Wir können uns schon vorstellen, dass so ein bisschen Abkühlung recht schön wäre. Aber zum Glück haben wir keinen Einfluss auf das Wetter—wir würden uns sicher nie einigen können… hahaha.
    Und es gibt ja noch viel, viel, viel Schlimmeres.
    Haben vorhin mit den Münchnern telefoniert, die mögen auch keinen Schnee mehr sehen.
    Es ist jetzt Sonntagnachmittag und wir werden nun zu einem kleinen Winter- spaziergang durchs Städtchen aufbrechen. Hund ist schon ganz kribbelig auf den Schnee. Morgen früh muss ich ja wieder nach Gardelegen. Wie war deine Arbeit auf der Kartoffelfarm, Maren?
    LG Mutti , Papa und Martin

  7. Opa

    Hallo Maren! Habe gerade euren Bericht gelesen. Er war wieder sehr interessant.Ich freue mich, dass du Arbeit gefunden hast und hoffe, dass sie länger hält und Spaß macht.Ich war gestern in Grassau zum Kartenspielen.Hab aber leider nichts gewonnen. Nächste Woche fahre ich mit Papa nach Holzhausen zum Skatturnier.
    Viele Grüße auch an Julia, habe letztens mit ihrer Omi erzählt.
    Ich habe dich ganz doll lieb.
    Dein Opa

  8. saily

    Bockt sich… =)
    Wie lang seid ihr eigentlich noch unterwegs?

    • australien4ever

      Hey saily,
      unser Rückflugsdatum ist der 24.07.10, d.h. wir sind noch gut 5 1/2 Monate in Australien.
      Ach ja und was heißt „Bockt sich“? Und wie kamst du eigentlich zu unserer Seite?

      Fragen über Fragen.
      LG, Jule und Maren

      • saily

        [1] „Bockt sich“ heißt soviel wie „Ist ja cool…“/“Hört sich gut an“/“Macht Spaß“ etc.

        [2] Hab den Link „bei Jack“ gefunden… 😉

        Das ist ja interessant, dass ihr an meinem Geburtstag nach Hause fliegt… Ich dachte wir feiern zusammen. *hahaha – Spaß!*

        Ich komme am 05.04. nach Perth. =)

  9. tati90

    naja der triste alltag halt ne hab schon ne bissle von maren gehört naja das geht aba auch vorbei .werdet ja noch ne weile durch australien ziehen.aso fräulein röder kannste net ma nach 12uhr reinkommen so 1.5h später????naja wir werden euch bestimmt ma von dem 27 erzählen und fotos zeigen was bei und so los is….
    hegdl bis bald aso wegen de rezepte muss ich daheim schauen bin ja gerade bei meinen schatz

  10. Maurice

    Hallo Mädels!
    Ihr könnt sogar aus nichts einen ewig langen Text machen, was?
    Aber ich finde, einige interessante Dinge habt ihr schon erlebt.

    „Noa aba Gunther, wir seiens alle ’sam doch bald am End’“. Echt geile Aussage als er euch beiden Backpacker gesehen hat.
    Ich find’s echt schade, dass ich Jenny wohl nie kennen lernen werde, aber ihr könnt ja mal ein Foto machen. Ich beurteile dann, ob sie überhaupt genug „Klasse“ hat, um halbnackt durch eure bettwanzenverseuchten Hallen zu geistern.
    Ich geh davon aus, dass ihr den anderen bei Vier Gewinnt eine satte Demütigung verpasst habt.

    Meinen neuen Bericht bekommt ihr vorraussichtlich nächstes WE.
    Dann wünsch ich euch alles Gute und werde jetzt wild auf eurer Seite umherklicken.
    Bis bald & Liebe Grüße
    Maurize

  11. moep24

    Dann mach ich mal den Anfang.
    Also so wie ihr es hier schildert, kann ich mir echt ein besseree Leben vorstellen. Solange man einen Job hat ist alles noch ganz ok, aber ansonsten diese ehlende Langeweile … ne danke, muss ich nicht haben ^^. Im Moment würde ich jedoch schon allein wegen der Sonne, die ihr da unten habt, gerne mit euch tauschen. Heute hatten wir wieder ca 7cm Neuschnee. Und da wir faule Nachbarn haben, dürfen wir unsere gesamte lange Auffahrt bis zur Straße runter von Schnee und Eis befreien – na supa. Die Sonne habe ich mittlerweile schon so lange nicht mehr gesehen, dass ich gar nicht mehr weiß, wie sie denn eigentlich aussah ^^°.
    Ungefähr 9000 Zitronen pro Tag!? My dear mister singing-club (dt. mein lieber Herr Gesangsverein), ist ja nicht gerade wenig. Habt ihr eurem Hosteldrachen das mit den Bettwanzen schonmal gesteckt? Anstatt sich schon fast auf eine paranoide Art und Weise mit den Gästen zu beschäftigen, sollte er sich mal lieber darum kümmern.
    Scott und Scott aus Scottland – geil xD. Was ist denn mit dem einen Scott passiert, nachdem der andere wieder zurück nach Scottland musste? War es ein Ende ála „Und Piggeldy ging mit Frederick nach Hause“? ^^ Naja, die beiden klingen ja von ihrem Verhalten her noch ganz cool, zumindest besser als eure leicht exhibitionistische Mitbewohnerin Jenny 😛
    Mit Rezepten kann ich euch im Moment leider nicht dienen, aber ich frag nochmal meine Mum, vielleicht weiß sie was. Tjoa, was wollte ich noch sagen ..? Achja, eure deutschen Übersetzungen sind ja auch nicht immer ganz richtig, oder [Bullshit (dt. “Scheibenkleister”)]? Als ich die Überschrift das erste mal gelesen hatte, muste ich gleich an „About a Boy“ denken – bei euch ist es zwar eine Ameise, aber zwischen Enten und Ameisen besteht ja auch nicht so ein großer Unterschied, oder? xD
    Zum Schluss kann ich nur noch sagen, dass ich davon überzeugt bin, dass wir die 20.000 noch knacken (vielleciht sogar die 24.000? ]=).

    Hoffentlich macht euch die Langeweile nicht zu dolle zu schaffen (ist ja fast wie in Physik früher, was Maren? ^^). Joah, dann wünsche ich dir, Maren, noch gute Besserung und viel Erfolg bei der Suche nach einem Job (der Österreicher könnte sich aber auch ruhig mal zusammenreißen und dich auf die Arbeiterliste setzen lassen -_-).

    Habs euch beide lieb, viele Grüße aus good-old-fucking-cold-germany,
    Rob ]=)

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