Morgenrot schlecht Wetter droht!

Hallo Schneemänner/-frauen!

Wir auch Schnee wollen * schmoll *!
Ich dachte mir, ich schreibe euch mal wieder einen „kleinen Bericht“ über unser zuletzt Erlebtes aus dem fernen DownUnder. Also werde ich euch nun erzählen, was Weihnachten, Silvester und die Zeit dazwischen und danach passiert ist.
Viele von euch werden mitbekommen haben, dass aus unserem Plan (Sommer, Sonne, Strand, Meer und surfende Weihnachtsmänner) nichts geworden ist, da es Heilig Abend und die Weihnachtstage über regnete. Also musste ein Notfallplan her. Der Vormittag des 24. wurde deshalb noch einmal zum arbeiten genutzt (diese Rentiergeschichte) und am Abend ging es dann, wie geplant, gemütlich zu „Pizza Hut“ um das Buffet zu stürzen. Zurück im Hostel haben wir uns dann noch einen Weihnachtsklassiker („Kevin allein zu Haus“) angeguckt. Am ersten Christmasday sind Julia und ich mit unseren Weihnachtsmannmützen (Danke an unsre Eltern!) durch die Stadt zur Oper gegangen um Sydney an Weihnachten zu erleben. Leider mussten wir feststellen, dass nichts los war in der Stadt, weil sich alle bei dem Regen in ihre Häuser zurückgezogen hatten. Also beschlossen wir zum Darling Harbour zu gehen und dort für euch das Video zu machen. Am Abend gesellten wir uns noch den Jungs auf dem Balkon zu und ließen den Tag mit einigen Weihnachtliedern ausklingen. Am folgenden Tag („Boxing Day“) haben wir zum letzten Mal die Straßen Sydneys unsicher gemacht. Wir schlenderten durch die Geschäfte, denn die haben hier in Australien am 2.Weihnachtstag auf und bieten ihre Ware zum Schnäppchenpreis an (meistens rund 50% Rabatt). Da uns nach einigen Stunden die Stadt zu voll war, gingen wir Sachen packen und uns von unseren Mitbewohnerinnen Rachel und Anna verabschieden.
Mit dem Bus ging es für uns dann weiter nach Brisbane, vorbei an Byron Bay und der Gold Coast (die beiden Orten scheinen die totalen Urlaubsgebiete zu sein, denn es gab außer Hotels und Strand nichts weiter zu sehen). Nach rund 17 Stunden im Bus sind wir in der Hauptstadt von Queensland angekommen. Auf den ersten Blick kamen wir uns vor, als wären wir in einer Stadt nicht größer als Stendal und so grau wie Sydney. Aber auf den zweiten stellten wir dann fest, dass sich über all kleine und große Grünflächen versteckten und Brisbane doch so groß ist, um sich dort zu verlaufen.
Nachdem wir mit Umwegen in unser Hostel eingescheckt hatten (dieses Mal hatten wir uns schlau gemacht, wo wir eine Unterkunft bekommen könnten und dann gibt es glatt 2 Hostels mit dem selben Namen – wir laufen natürlich zum Falschen…), ging es gleich los auf Erkundungstour. Wir schlenderten einige Straßen hoch und runter, gingen zum Fluss und in die Royal Botanic Gardens, wo wir die herrliche Atmosphäre der Stadt genossen. Zum Glück sind die Störgeräusche (Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr,… ) in Brisbane nicht so stark wie in Sydney. Da es überall, wo wir sind, regnet – warum auch immer – gingen wir mal ins Kino und schauten uns „Did you hear about the Morgans? “ und „Avatar“ an. Es hat sogar einen Sinn und ist nicht bloß Entertainment. Dadurch, dass wir die Filme auf englisch gucken, lernen wir auch noch was dazu! (Übrigens „Avatar“ können wir nur bestens weiterempfehlen.)
Und schon stand der Jahreswechsel vor der Tür. „Voll gepackt mit tollen Sachen die das Leben schöner machen … “ sind wir in Richtung Citybeach gewandert. Von dort aus, meinte der Hostelrezeptionist, könnten wir das Feuerwerk am Besten sehen. Dass dort rund 100.000 andere Menschen stehen und gucken, davon hat er nichts erzählt. Naja, auch nicht sooo schlimm… Sowas waren wir ja von Sydney gewöhnt. Aber das es verboten war, Alkohol mit auf das Festgelände zu nehmen, war schon schlimm. Also mussten wir unseren Sekt zum Anstoßen verstecken und ihm im Nachhinein köpfen. Cool war auch, dass man kein Glas mitnehmen durfte und wir unsere eingelegten Zwiebeln in Plastikbechern transportieren mussten (die Security Guys haben aber auch auf alles geachtet). Nachdem wir einen BBQ-Grill gefunden hatten, den wir mit einer afrikanischen Großfamilie und einem Haufen Chinesen teilten, nahmen wir unser Festmahl ein (Geflügelsteaks und Würstchen). Völlig voll gegessen, platzierten wir uns auf die Mauer an den „Brisbane River“ und warteten auf die 20:30Uhr-Feuerwerksshow. Ja, es gab schon ein Feuerwerk um halb neun (gut, um kleine Kinder loszuwerden, die waren danach nämlich alle weg.) Das Feuerwerk war schon richtig klasse. Es lief Musik von Linkin Park, Coldplay und vielen anderen im Hintergrund (wie bei den „Pyrogames“ in Magdeburg meinte Julia). Und alle waren nun gespannt auf das Feuerwerk zum Jahreswechsel, denn das erste war wirklich schwer zu toppen. Zwischenzeitlich haben wir uns auf dem Gelände immer mal wieder umgeschaut, denn es war aufgebaut wie auf einem kleinen Rummel. An jeder Ecke gab es etwas zu erkunden. Um unsere Plätze nicht zu verlieren (eine Familie von den Philippinen hat aufgepasst) gingen wir wieder frühzeitig gegen 22Uhr zurück. Um die 2 Stunden zu verkürzen, haben wir uns einen Apfelkuchen gekauft, den wir nun verspeisten. Da wir nicht wussten, dass Apfelkuchen hier in Australien aus 99% Biskuitteig und 1% Apfel besteht, haben wir dieses trockene Ding nicht richtig genießen können. Aber nach nicht langer Zeit konnten wir die Stimme der netten Frau hören, die uns mitteilte, dass das Feuerwerk in wenigen Minuten beginnt und kurz darauf den Countdown anzählte. Die rund 20.000 Menschen hinter und neben uns rückten immer näher zusammen und nach vorn und zählten „ten, nine, eight, seven,…,two, one, zero “ und auf zero startete das Feuerwerk No.2. Es wurde von 4 Plattformen, die mitten auf dem Fluss platziert waren, abgeschossen und war wirklich richtig bezaubernd. Mit einem „Happy New Year“ auf den Lippen, gingen die meisten Leute nach Hause. Für uns aber ging es in Richtung anderer Seite der Brücke zu unser Sektflasche, um auf das neue Jahr anzustoßen. Wir machten unser eigenes kleines Feuerwerk (zu Silvester muss man auch selber mit Feuer spielen) mit Wunderkerzen. Außerdem riefen wir unsere Ellis in Deutschland an, um ihnen ein frohes und gesundes neues Jahr zu wünschen (besser zu früh als nie). Gegen halb vier in der Früh waren wir dann zurück im Hostel und fielen in unsere Betten. Als wir endlich einschliefen, ging der doofe Feueralarm los. Deshalb hieß es, aufstehen und raus auf die Straße gehen, wo sich das komplette Hostel in Schlafanzügen oder auch nur spärlich mit einem Handtuch bekleidet sammelte. Als nach kurzer Zeit die Feuerwehr eintraf und feststellte, dass es ein Fehlalarm war, durften wir gegen halb 6 wieder in unsere Zimmer. Somit war es logisch, dass der 1.1.2010 fast komplett von uns verschlafen wurde. Dafür nutzen wir den 2. Tag des neuen Jahres sinnvoller. Wir besuchten den „Australia Zoo“. Zur Info: Der Zoo wurde von Steve Irwin gegründet und liegt mitten in der Pampa. Wir mussten über eine Stunde mit dem Zug in das kleine Örtchen Beerwah fahren und dann nochmal 10min mit dem Bus bis zum Park. Zu unserem „Glück“ kamen ständig mehr oder weniger große Regenschauer hinunter und wir waren sehr oft auf der Suche nach einem Unterschlupf. Trotzdem war es eine super geile Sache. Wir konnten Koalas, Känguruhhhs und Wombats sehen und einige von ihnen streicheln (es war wie ein riesiger Streichelzoo der tropischen Tierwelt). Überall im Park liefen Echsen und Paradiesvögel herum und man konnte in den umzäunten Teichen, Krokodile schwimmen sehen. Ab und zu lag auch mal eine von den Steinzeitechsen auf dem Rasen und man konnte sie in ihrer vollen Pracht bestaunen. Im „Crocoseum“ begann gegen 14 Uhr die große Kroko-Show. In einer Art Stadion nahmen die Leute Platz und warten sehnlichst auf die Raubtierfütterung. Leider mussten diese etwas Warten, weil ein Aussie seiner Frau noch „DIE Frage aller Fragen“ stellen musste. Ja richtig gelesen, ein Australier hat seiner Angebeteten im Krokodilstadion einen Heiratsantrag gemacht und wir waren live dabei. Total kitschig wurde ein Bild von den Zwei Turteltauben im rosa Herz an die riesige Leihnwand projiziert und alle klatschten, als sie mit „Ja “ antwortete. Julia und ich saßen bloß mit großen Augen und offenem Mund da. Wir konnten es nicht glauben, dass es dieses Filmspektakel in der wirklichen Welt gibt und jemand sich darüber freuen kann. Danach lief dann die Show, wo ein Tierpfleger mit einer Wasserschlange schwamm, die Papageien durch die Mengen flogen und als Highlight Monte, das Krokodil gefüttert wurde. Die Pfleger warfen ihm das Fleisch aus verschiedenen Positionen zu und man konnte immer die schnellen Bewegungen bestaunen. (chruchhhh…) Im Anschluss haben wir uns noch ein Museum angeguckt. Dort sind Krokodilsskelette und Bilder der Urechsen ausgestellt. Kurz bevor wir wieder zurück zum Zug mussten, haben wir uns die tasmanischen Teufel, Dingos und straussenähnlichen Vögel (Cassowaries) angeguckt.
Danach ging es zurück nach Brisbane.
Am 4. Januar haben wir Brisbane dann schon wieder verlassen. Wir stiegen in den Zug Richtung Norden nach Bundaberg. Der Zug war mit Kopfhöreranschlüssen und Fernsehern an der Decke wie ein Flugzeug ausgestattet. Dadurch gingen die 5 Stunden auch im Fluge vorbei. Am Abend sind wir dann am Bahnhof von einer „Horrorfilm-Gruselstadt“ angekommen. Von einer 40.000 Einwohner starken Stadt, wie wir es erwartet hatten, haben wir allerdings nichts gesehen. Zu unserem Pech war das Hostel in dem wir einchecken wollten an der Bushaltestelle am anderen Ende des Ortes, den wir nun mitten in der Nacht durchqueren mussten. Natürlich hatten wir das Glück, dass die Rezeption von unserem Workinghostel schon geschlossen hatte und wir uns eine andere Unterkunft suchen mussten. Zum Glück sind wir nicht blind durch den Ort gerannt und wussten somit, wo noch andere Hostels waren, bei denen wir unser Glück versuchen konnten. Und da wir nun mal mehr Glück als Verstand haben, fanden wir Platz in einem anderen Hostel. Dort haben wir bloß schnell unsere Betten bezogen und sind dann schon eingeschlafen. Am nächsten Morgen sind wir mit Asana (aus Japan, die das selbe Pech mit dem Hostelöffungszeiten hatte wie wir) in das Backpackers Bundaberg umgezogen. Zumindest dachten wir, dass wir in das Backpackers eingecheckt hätten, was sich später als Irrtum herausstellte, denn das Hostel gegenüber gehört den Besitzern ebenfalls. Leider hat es eine schlechtere Qualität als das andere. Es ist ein umgebauter Busbahnhof. Somit sind die public rooms (dt. öffenlichen Räume) wie der Aufenthaltsraum und die Küche sehr groß und hallig und die Zimmer klein und teilweise ohne Fenster. Natürlich haben wir ein Viererzimmer ohne Fenster bekommen. Es hat so ein bissel Knastfeeling (dt. Knastatmosphäre). Jeden Abend zwischen 6 und 7 Uhr wird dann die Liste der Farmen mit den entsprechenden Arbeitern ausgehangen (wir sind in einem Workinghostel, welches Farmjobs vermittelt). Zu unserem Erstaunen standen unsere Namen schon mit darauf und für uns ging es auf eine Farm 10min entfernt zum Tomatenpflücken. Ist ja alles nicht schlecht, neu angekommen und gleich einen Job vermittelt bekommen, leider beginnt das Fruitpicking oftmals schon sehr früh am Morgen. Deshalb mussten wir an unserem ersten Tag schon um 3.30Uhr aufstehen, damit wir mit dem Hosteltransporter 4.20Uhr losfahren konnten. Als wir kurz nach halb fünf auf dem Feld ankamen (alles dunkel) wurden wir einfach rausgesetzt und der Transporter fuhr weg. Super, aber zum Glück waren wir nicht alles Neue, sondern 2 Koreaner haben schon einmal zuvor dort gearbeitet und konnten dann die ganze Truppe zu dem Startpunkt lotsen. Dort wurden wir einem anderen Arbeiter zugeteilt, der mit uns durch das Tomatenfeld zog und einen Fluss durchquerte. Ja, ihr habt richtig gehört, wir mussten mit unseren Schuhen an den Füßen durch diesen mit Wasser und Schlamm gefüllten Bach latschen. Somit konnten wir die Schuhe schon vor der Arbeit auswringen. Naja, an dieses eklige Gefühl an den Füßen hat man sich dann auch schnell gewöhnt. Nun wurde uns noch gezeigt, was für Farben die Früchte der Pflanzen haben dürfen, um in den Eimer zukommen (sobald die grüne Tomate einen leichten orangen Schimmer hat [also völlig unreif] gehört sie gepflückt, aber die roten Tomaten [also die eigentlich reifen] dürfen nicht in die Sammelbox [verdrehte Welt]). Nach 3,5 Stunden Tomatenpflücken war das Feld abgeerntet und wir konnten zurück ins Hostel, wo wir uns dann noch einmal schlafen legten und gegen Mittag aufstanden (also fast wie immer =D).Das war also unser erster Tag auf einer Fruitpickingfarm.
Achso, wir haben jetzt übrigens doch nur noch 9 Stunden Zeitunterschied, da Queensland in einer anderen Zeitzone liegt.

Leider muss ich euch jetzt außerdem mitteilen, dass es nicht mehr so viele Berichte in der nächsten Zeit geben wird, weil wir nicht viel erleben werden, wenn wir arbeiten. Aber falls wir doch etwas erleben sollten, teilen wir es euch natürlich sofort mit.

Trotzdem hoffen wir, dass ihr uns mit euren Kommentaren und E-Mails weiterhin auf den neusten Stand halten werdet.

Ganz viele liebe Grüße
und ein Gesundes neues Jahr wünschen euch
Maren und Jule =)

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Reisetagebuch

2 Antworten zu “Morgenrot schlecht Wetter droht!

  1. Ute&Lutz

    Hallo Julia und Maren,

    viele Wintergrüße aus den schönen Sachsen wünschen Euch Ute, Lutz sowie das Oberhaus.

    Julia vielen Dank für die netten Geburtstagsglück-wünsche. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

    Bei uns ist alles in Ordnung.
    Mit Spannung haben wir wieder Euren Reisebericht gelesen. Wir freuen uns, dass Ihr gut ins neue Jahr gekommen seit.
    Für die weiteren Abenteuer in Australien wünschen wir Euch viel Gesundheit und Glück.

    Bis zum nächsten Mal
    Glück auf – die Zwickauer

  2. moep24

    Da mir ein Vögelchen gezwitschert hat, dass ihr euch über Kommentare freuen würdet, will ich euch mal den Gefallen tun ^^.
    Dass das Wetter dort nicht so richtig mitspielt ist echt sch**ße. Aber wenn es wirklich immer dort regnet, wo ihr gerade seid, dann könntet ihr das zu eurem Vorteil nutzen. Reist einfach dorthin, wo gerade die Buschbrände sind und mit eurer Gabe als ‚Regenwomen‘ werdet ihr dann die Helden sein, wenn die Brände gelöscht sind =)
    Der Heiratsantrag in der Krokodil-Show erinnert echt an einen Film, aber ich frage mich, was der Mann gemacht hätte, wenn die Frau ‚Nein‘ gesagt hätte 😛
    Bezüglich Avatar kann ich euch nur zustimmen, ist wirklich hochgradig empfehlenswert, auch in der 2D-Version (hätte trotzdem auch gern in 3D geguckt -_-).
    Dass ihr nur die grünen Tomaten mit leichtem orangen Schimmer flücken sollt, kommt mir auch ein wenig komisch vor. Ich weiß zwar, dass Bananen nach dem Pflücken noch weiterreifen, aber hab noch nie gehört, dass Tomaten das auch machen. Vielleicht mögen die Australier ja lieber grünen Ketchup?

    Bei uns regnet es zwar nicht, aber es wurden schon wieder 10-20cm Neuschnee fürs Wochenende angekündigt – ich freue mich ja schon wieder aufs Schneeschippen -_-
    Zum Schluss hätte ich noch eine Frage. Diese Stelle „Voll gepackt mit tollen Sachen die das Leben schöner machen … “ – irre ich mich, oder soll das ein Liedauszug sein? Nur mal so aus Neugier ^^.

    Das wars dann erstmal wieder von mir. Hab euch lieb und hoffe, dass bei euch bald wieder die Sonne scheint 😉
    Der Rob ]=)

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