Erkenntnis der Woche: Zurück ist kürzer als hin!

Guten Morgen liebe Leser!
Ich schreibe euch heute aus dem wunderschönen Morwell den Bericht der letzten Woche. Einige werden sich jetzt fragen, wieso Morwell und nicht Sydney, aber das erfahrt ihr später.
Nachdem Julia und ich von Andrew (Wwoofer-Host) zum Bus gebracht wurden, landeten wir wieder mal in der tiefsten Provinz, in Leongatha.
Da uns Andrew nicht wirklich mochte, wie er es uns am letzten Tag mitteilte, kamen wir 2 Stunden früher in Leongatha an. Janica unsere neue „Host-Mama“ konnte uns aber nicht früher abholen, also verbrachten wir unsere Zeit damit die Bäuche bei Subway voll zuschlagen, mit dem Gedanken „Wer weiß, was man auf der Farm zu essen bekommt.“. Zurück am vereinbarten Treffpunkt wurden wir dann auch mit ein bisschen Verspätung abgeholt. (Grund: Junges Mädel krachte mit ihrem Auto in einen LKW – Vollsperrung der Straße. Uns ist schon öfter aufgefallen, dass hier sehr viele Jugendliche in schweren Unfällen verwickelt sind.) Als wir dann endlich auf der Farm ankamen, wurden wir sehr herzlich von Mike, Daniel, Barney und Gus begrüßt. Mike ist Janicas Ehemann und somit unser „Host-Papa“. Sie sind seit 39 Jahren verheiratet und leben seit 16 Jahren auf der Farm. Daniel ist der Wwoofer, der mit uns zusammen auf der Farm gearbeitet hat. Er kommt aus Korea und ist 25 Jahre alt. Die beiden Lieblinge unserer Wwoofeltern sind jedoch die Pudel Gus (alt, groß, schwarz) und Barney (jung, klein und weiß). Neben uns 7 lebten dann noch ca. 30 Alpakas auf der Wiese nebenan und 5 Hühner auf der Farm. Achso, ich vergaß Julias Liebling Princess, eine kleine, weiche und total niedliche Katze, die in der Garage haust. Soo neben Moskitos und einigen Ameisen lebt aber nun wirklich niemand weiter mit uns. Nachdem wir unser Zimmer bezogen und uns kurz ausgeruht hatten, wurden wir durch die sehr übersichtliche Außenanlage geführt. Wir bekamen die Alpakas zu Gesicht und einige Stellen, wo wir im Laufe unseres Aufenthaltes zutun hatten. Hauptsächlich war Unkraut aus allen Ecken des Geländes zu entfernen und jeden Abend sollten wir das Geschirr abwaschen. Am Abend gab es dann richtig leckere Bratwürstchen und ein typisch australisches Dessert (von Daniel und Janica zubereitet). Sehr lecker. Eischnee mit einer Puddingcreme drüber gebacken und garniert mit Früchten.
Völlig gesättigt und müde ging es dann für uns ins Bett. Achso, am ersten Tag haben wir es geschafft das Bett, die Lampe und ein Küchengrät kaputt zumachen. Aber da konnten wir eigentlich nie etwas für. Am nächsten Morgen, man glaubt es kaum, mussten wir schon gegen 7.30 Uhr aufstehen und 8 uhr draußen stehen, um eine Stunde lang löwenzahnähnliche Pflanzen aus dem Rasen zu zupfen. Danach gab es dann Frühstück. Bis zum Lunch (Mittag) sammelten wir Holz für das große Feuer und entfernten sticky Weed (Klebriges Unkraut- sehr klebrig) in einem kleinem Waldstück. Zu unserem Erstaunen gab es zum Lunch auch ein warme Mahlzeit. Nachmittags mussten wir noch bis ca. 15 Uhr arbeiten und danach hatten wir Freizeit. So wie der Tag liefen auch die anderen TAge ab. Wir bekamen unsere Aufgaben von Janica (keine Ahnung wie der Name ausgesprochen wird, wir nannten sie immer „Jen“) und erledigten sie. Es gab auch einige Highlights, z.B. ein richtig schönes Lagerfeuer, dass 3 Tage durchbrannte und Alpakapoo (Alpakasch***) sammeln. A propro Lagerfeuer, wir machten für unsere Gasteltern richtig leckere Bratäpfel. Mhhhh….
Alles in allem war es eine richtig schöne Woche. An unserem letzten Tag haben Daniel und Janica uns nach Morwell gefahren, damit wir unseren Bus 20.30 uhr nach Sydney bekommen konnten. Gegen 16 Uhr kamen wir in diesem kleinen Städtchen an, indem an einem Sonntag soviel wie in Bismark los ist, nämlich nichts. Wir gingen nochmal schnell einkaufen und verbrachten die restliche Zeit am Bahnhof. Ungefähr eine Stunde vor Abfahrt haben wir uns dann nach draußen gesetzt und auf unseren Bus gewarten. Das die öffentlichen Verkehrsmittel hier genauso pünktlich sind wie bei euch, haben wir schon zur Kenntnis genommen, aber als der Bus zehn Minuten vor neun immernoch nicht da war, haben wir uns Sorgen gemacht. Zu Recht. Nachdem Jule mit dem netten Mann unserer Busgeselschaft telefoniert hatte, teilte sie mir mit, dass unsere Reservierung für den falschen Tag (einen zu früh) gebucht wurde und es keine andere Möglichkeit gibt, als den nächsten Bus 24 Stunden später zu nehmen. Sooo, es wäre eigenlich nicht schlimm gewesen, wenn wir nicht am Ar*** der Welt in einer für uns total unbekannten Stadt mitten in der Nacht gewesen wären, ohne ausgeschilderte Übernachtungsmöglichkeiten. Der Bahnhof hatte inzwischen auch schon geschlossen und die Läden eigentlich alle so gut wie sonntags immer zu. Mit unserem nicht gerade leichten Gepäck auf dem Rücken machten wir uns nun auf die Suche nach einem Motel, Hostel oder billigem Hotel. Von unserer Einkaufstour am Nachmittag wussten wir noch, dass es einen kleinen Nudel-China-Imbiss gibt, der ziemlich lange Öffnungszeiten hatte. Und zum Glück hatte er noch offen. Der Besitzer holte gleich eine Morwellkarte und zeigte uns wo man überall übernachten kann. Etwas erleichtert, aber immernoch voll bepackt, machten wir uns dann auf zu einem Motel. Das Office (Büro) hatte eigentlich schon geschlossen, aber durch meine Klopfattacke wurden wir dann doch noch bemerkt. Wir bekamen ein Zimmer mit eigenem Bad und Tv (für Backpacker etwas sehr seltenes) und legten uns dann gleich ins Bett. Am nächsten morgen gegen 10 Uhr hieß es dann auch schon wieder auschecken. Sooo, bloß noch zehneinhalb Stunden bis der Bus endlich nach Sydney abfährt. Diese Zeit verbrachten wir mit frühstücken auf einer Parkbank, in einigen Läden, mittags bei dem höflichen Nudelimbiss und rund zwei Stunden bei Mäcces (McDonalds) online. Zur Zeit sitzen wir wieder am Bahnhof und werden von Bill zugequasselt. Bill ist ein Einheimischer, rund 45 Jahre alt und jeden Tag an der Trainstation. Er gab uns noch zu Abschied seine Telefonnummer und will das wir ihn über unsere Reise berichten. (Joah,… machen wir natürlich [nicht].) Hoffentlich kommt in einer Stunde unser Bus diesmal wirklich und dann geht es die Ostküste rauf nach Sydney.

Viele liebe Grüße in die Heimat.
Jule & Maren

Sorry für die langen Sätze :-P.

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